Grußwort
Bürgermeisterin
Elisabeth Steger
01.07.2026
Regierung von Unterfranken löst "Alarm" aus
Auf der Grundlage des „Alarmplans Main – Gewässerökologie“ hält die Regierung von Unterfranken aufgrund weiter angestiegener und hoher Wassertemperaturen die Warnstufe „Alarm“ für den Meldebereich 1, der von der Landesgrenze zwischen Bayern und Hessen bei Kahl (Main-km 66,6) bis Würzburg (Main-km 252,3) reicht, aufrecht. Für den Meldebereich 2 von Würzburg Richtung Bamberg (Flusskilometer 252,3 bis 384,2) wird die Warnstufe „Alarm“ erstmalig ausgelöst. Sauerstoffwerte und Wassermenge (Abfluss) sind auf der gesamten Länge des unterfränkischen Mains bislang noch unkritisch.
Am 26. und 27. Juni wurden an den Wetterstationen in Kitzingen 40,8°C und in Würzburg 39,7°C gemessen. Diese sehr hohen Tagestemperaturen und tropische Nächte haben den Main auch nachts nicht mehr abkühlen lassen. Bei Erlabrunn wurden Wassertemperaturen in der Spitze von 30,2°C gemessen, das 3-Stunden-Mittel lag bei 29,9°C. Dies sind neue Rekordwerte! Der höchste bisher gemessene Wert im Main lag in Erlabrunn im Jahr 2025 bei 29,2°C für eine Dauer von 15 min.
Auch in den anderen Mainbereichen flussaufwärts bei Trunstadt und flussabwärts bei Kahl wurden neue Tageshöchstwerte mit 28,0°C bzw. 28,8°C gemessen. Diese Ausnahmesituation wird sich noch weiter fortsetzen. Aktuelle Wetterprognosen lassen in den nächsten Tagen zwar eine gewisse Abkühlung erwarten. Bis diese niedrigeren Temperaturen merkliche Auswirkungen auf die Wassertemperatur haben, dürfte es allerdings etwas dauern.
Seit Beginn der Messungen 1995 wurden im Meldebereich 2 bislang nur im Juli 2006 und im August 2018 maximal 25,7°C Wassertemperatur in der Spitze erreicht. Nun hat sich der Main dort seit dem 24. Juni 2026 deutlich über dieses Niveau auf 28°C im 3-Stunden-Mittel erwärmt. Die Tier- und Pflanzenwelt ist an derartige Bedingungen kaum angepasst. Bei Trunstadt und Schweinfurt liegt der Sauerstoffgehalt noch etwas über 6 mg/l, muss aber genau beobachtet werden. Denn bei hohen Wassertemperaturen benötigen gestresste Tiere mehr Sauerstoff. Sollten ab Dienstagnachmittag Unwetter und Starkregen über Unterfranken ziehen, kann es schnell zu sauerstoffzehrenden Vorgängen und zu einem Sauerstoffdefizit kommen. Dazu tragen auch Bodenpartikel, Stäube und Feststoffe bei, die bei Starkniederschlägen in die Gewässer gelangen.
Dieser Gesamtsituation geschuldet hat die Regierung von Unterfranken in Abstimmung mit den Wasserwirtschaftsämtern Aschaffenburg und Bad Kissingen für den gesamten schiffbaren Main die Warnstufe „Alarm“ ausgerufen. Wärmeeinleitende Betriebe werden von den Wasserwirtschaftsämtern gezielt kontaktiert, um gemeinsam Wege zu finden, den Main in dieser kritischen Zeit zu entlasten. Immer mehr einleitende Betriebe haben sich bereits auf derartige Situationen eingestellt.
Von der Überleitung aus dem Donauraum wird dem Main bislang noch ausreichend Wasser zugeführt. Die Abflusssituation im Main ist insgesamt noch gut und hilft bei den kritischen Wassertemperaturbedingungen. Aufgrund der fehlenden Niederschläge in ganz Bayern muss aber damit gerechnet werden, dass auch die Überleitung schrittweise reduziert werden muss.
Die Gesamtsituation am unterfränkischen Main ist weiterhin ernst und wird durch die Wasserwirtschaftsämter Aschaffenburg und Bad Kissingen sowie die Regierung von Unterfranken engmaschig beobachtet.
Jeder kann etwas tun
Dabei kann jeder mithelfen! Alle Bürgerinnen und Bürger bitten wir zu beachten, dass die Lebewesen im Main aufgrund der hohen Wassertemperaturen zunehmend unter Stress stehen. Bei hohen Temperaturen brauchen die Tiere mehr Sauerstoff und Ruhe, um diese kritische Phase zu überleben. Somit kann jeder, der den Main zu Freizeitaktivitäten nutzt, einen Beitrag leisten, indem an der Wasseroberfläche nach Luft schnappende Fische nicht unnötig durch z. B. schnell fahrende Boote gestört und Tiere nicht unnötig aufschreckt werden. Wichtig ist zudem, schattige Uferunterstände als Refugium für Tiere nicht zu stören und das Aufwirbeln von Sediment und Schlamm, z. B. mit Paddeln, zu vermeiden. Daraus resultierende Sauerstoffdefizite bewirken bei Tieren zum Teil enorme Schäden bis hin zum Absterben.
Sollten Sie Ansammlungen größerer toter Fische entdecken, informieren Sie bitte die Wasserschutzpolizei unter der Nummer 110.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Alarmplan Main, den verschiedenen Warnstufen (mit Schwellenwertangaben) und den damit verbundenen Maßnahmen sind im Internet unter:
Alarmplan Main – Gewässerökologie - Regierung von Unterfranken abrufbar.
Aktuelle Informationen zur Gewässerqualität und zur Wassertemperatur am Main finden Interessierte auch im Niedrigwasser-Informationsdienst des Freistaates Bayern unter: http://www.nid.bayern.de/ (siehe insbesondere dort unter „Gewässerqualität/Alarmplan Main“).
Pressemitteilung Regierung von Unterfranken vom 30.06.2026
Kategorien: Die Gemeinde Dorfprozelten informiert