11.11.2011

PressemitteilungBreitbandversorgung

Auszug aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 08.11.2011

 

Eine schwierige Materie stand bei der letzten Sitzung des Gemeindesrates zur Debatte. Es musste entschieden werden, welcher Betreiber beim Ausbau der Breitbandversorgung im Ortsbereich gewählt wird. Bürgermeister Dietmar Wolz wies darauf hin, dass die Entscheidung noch in diesem Jahr fallen muss, um die staatliche Förderung in Anspruch nehmen zu können. Die Thematik war so schwierig, weil die Telecom für das Untermaingebiet keine Versorgungsangebote abgegeben hatte, auch  nicht für Dorfprozelten.

Die Gemeinde Dorfprozelten hatte deshalb die Firma IK-T aus Regensburg eingeschaltet, um eine Anschlussmöglichkeit für das "Schnelle Internet" zu erkunden. Im Markterkundungsverfahren gingen trotzdem bis Ende Juni keine Angebote ein. In freihändigen Verhandlungen nahm die Gemeinde dann Kontakt mit potentiellen Netzbetreibern auf. Darauf hin unterbreiteten die Firmen m-net und NEFtv Angebote, die vom IK-T-Büro geprüft und bewertet wurden. Dipl.Ing. Karl Mantorfer wies darauf hin, dass die Firma NEFtv das weitaus günstigere Angebot für Dorfprozelten vorgelegt hat. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass in der Gemeinde bereits von NEFtv Koaxialkabel für die Fernsehanschlüsse verlegt sind. 440 von 498 Gebäuden haben bereits diesen Anschluss, der für die Breitbandversorgung nur noch umgerüstet werden muss.

Schwierigkeiten tauchten nur für die Versorgung des Industriegebietes auf, hier sind keine Koaxialkabel verlegt. NEFtv will dies aber mit einer Richtfunkstrecke von der Kopfstation auf dem Bichelberg aus ins gesamte Industriegebiet lösen. Für die Gemeinde entstehen dabei insgesamt Bau- und Einrichtungskosten von 190 000 Euro, erwartet wird ein Förderzuschuss von der Regierung von Unterfranken über 100 000 Euro, so dass die Gemeinde etwa 90 000 Euro finanzieren muss. Endkunden müssen für die Anbindung je nach Stärke des Anschlusses monatlich etwa 44,50 Euro aufbringen. Aufgegliedert wären das

  • für den Fernsehanschluss durch das Kabel  13,53 Euro,
  • für den Internetanschluss mit 25Mbit/s 20,95 Euro,
  • und für die Flatrate beim Telefon 9,90 Euro.

Wer noch keinen Kabelanschluss besitzt, muss noch mit einmaligen Herstellungskosten von 370 Euro rechnen.

Bürgermeister Dietmar Wolz wies ausdrücklich darauf hin, dass kein Anschlusszwang für die Bevölkerung besteht. Wer mit seiner jetzigen Internetanbindung, seinem Fernsehanschluss oder seiner Telefonverbindung zufrieden ist, kann diese auch weiterhin nutzen. Er machte aber auch deutlich, dass Firmen, Geschäfte und Internetnutzer aus Konkurrenzgründen die Möglichkeit haben müssen, auf die moderne Breitbandversorung zurückgreifen zu können. "Wenn wir diese Chance jetzt nicht nutzen, können wir schnell den wirtschaftlichen Anschluss verlieren", so Wolz. Der Gemeinderat vergab den Auftrag zur Breitbandversorgung ohne Gegenstimme vorbehaltlich einer Förderzusage durch die Regierung von Unterfranken an die NEFtv.

 

Text: Georg Veh