02.12.2011

PressemitteilungRodung der Dorfprozeltener Obstplantage

Was vor 45 Jahren mit großem Elan begonnen und in gemeinschaftlichem Einsatz 1967 vollendet wurde, ist mittlerweile schwerem Rodungsgerät zum Opfer gefallen.

Im Jahr 1966 hatte sich eine engagierte Truppe von Männern um Josef Brand, Hans Prechtl, August Wolz, Willi May, Eugen Zöller, Karl Holzmeister und Albert Brand zusammengefunden, die auf der ungenutzten Bichelberghöhe - Sozialbrachfläche - eine große Obstplantage anlegen wollten. 1966 wurde dafür der Obstanbauverein gegründet, man erhoffte sich, damit einen kleinen Nebenverdienst zu schaffen. Gemeinsam wurde ein etwa 12 Hektar großes Areal - in Besitz der Gemeinde und der Katholischen Kirchenstiftung - verplant, entsteint, gerodet und für die Pflanzung vorbereitet. Gerechnet hat man mit Gesamtkosten von 56.000 Mark, im Endeffekt sind es aber 90.000 Mark geworden. Doch mit der Eigenleistung der Mitglieder konnten davon 40.000 Mark eingespart werden. Geplant war auch, insgesamt 7.800 Bäume zu setzen, am Ende waren es dann aber 9.900. Der Gesamtbestand war in Einzellose an die Mitglieder und den Verein aufgeteilt.


 

Der Golden Delicious war der Hauptapfel, er stand damals in hohem Ansehen, dazu kamen Jonathan, Boskop, James Greave und Goldrenetten. Doch man wollte auf zwei Beinen stehen und pflanzte auch Sauerkirschen, gewählt wurde die Schattenmorelle. August Wolz war der Akteur vor Ort, der sich um den Gesamtbestand kümmerte, Josef Brand, der 1. Vorsitzende , leitete die Geschicke des Obstanbauvereins. Erfreulich, dass man in den Folgejahren recht vorzeigbare Ergebnisse erwirtschaften konnte.





Um 1990 stand man vor der Entscheidung, Neuanpflanzungen vorzunehmen oder die Anlage aufzulassen. Ausgelegt war die Plantage auf etwa 25 Jahre und dies wurde im Verein eingehalten. 1991 wurde die Plantage dann stillgelegt, die Aufwandskosten überstiegen die Erträge. Seither wird die Plantage nicht mehr bewirtschaftet und verheckte und verbuschte vollkommen. Sie wucherte zu einem fast undurchdringlichen Gewirr von alten Obstbäumen, Eichen, Schwarzdorn und Brombeerhecken heran und bildete ein ideales Versteck für zahlreiche Schwarzkittel.
Um der weiteren Verwilderung vorzubeugen, beschloss der Gemeinderat in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde, das Gelände roden zu lassen und einer extensiven Nutzung zuzuführen.

 

Ein völlig neues Bild bietet sich jetzt dem Spaziergänger. Die Jonathan-, Golden Delicious- und Goldrenettenstämme sowie das Buschwerk wurden von der Firma Schreck aus Walldürn zerkleinert und zur Energiegewinnung an ein Blockheizkraftwerk geliefert. Mittlerweile ist die Fläche eingeebnet und die Steine und Wurzeln wurden entfernt. Die etwa 10 Hektar große Fläche kann nun einer extensiven Nutzung zugeführt werden.

Bilder zur Rodung finden Sie auf unserer Bildergalerie.

 

 

 

 

Text und Bilder: Georg Veh