11.06.2014

PressemitteilungJakobskreuzkraut

Erneut macht das Landratsamt Miltenberg auf die Gefahren durch das giftige Jakobskreuzkraut aufmerksam, dessen massive Ausbreitung auch in unserem Landkreis besorgniserregende Ausmaße annimmt.

Die auch als Greiskraut bekannte Pflanze produziert sogenannte Pyrrolizidinalkaloide, um Fressfeinde abzuwehren. Diese können schon in geringen Mengen Leberkrebs verursachen und reichern sich als sogenannte kumulative Umweltgifte im Körper an. In größeren Mengen führen sie in kurzer Zeit zu lebensgefährlichen Leberschäden.

Darüber hinaus wirken alle Teile der Pflanze und deren Samen embryonenschädigend und sogar erbgutverändernd. Grasfressende Tiere, insbesondere Pferde und Rinder, reagieren sehr empfindlich. Sobald Symptome sichtbar werden, sind Heilungschancen meist vertan.

Das vielerorts am Wegesrand wuchernde Jakobskreuzkraut wird auch zunehmend zu einem Problem für den Menschen, denn Spuren seines Giftes tauchen immer öfter in Nahrungsmitteln auf.

Über Bienen gelangen die giftigen Pyrrolizidinalkaloide in geringer Dosis in den Honig und gefährden mit gleichem Krankheitsgeschehen den Verbraucher. Kinder sind besonders empfindlich. Auch Milch, Eier, Pflanzentees und Salatmischungen sind betroffen.

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Die normalerweise von Juni bis September leuchtend gelb blühenden Pflanzen verbreiten sich durch ihr extrem hohes Samenpotential und ihre höchst anspruchslosen Standort- und Klimabedingungen explosionsartig aus, sofern nicht rechtzeitig Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen werden. Eine ausgewachsene Pflanze kann bis zu 150.000 Samen mit einer Keimfähigkeit von bis zu 20 Jahren produzieren. Ihre Flugsamen verbreiten sich über Wind und durch Verschleppung über Fahrzeugen und Weidetiere. Mit ihren Haftflächen kontaminieren sie nachbarschaftliche Gras- und Wiesenflächen, die der Futtermittelgewinnung dienen oder aktuell beweidet werden. Die Flugsamen werden so zur Gefahr, selbst wenn der Bewirtschafter auf seinen Flächen gegen die vegetative Ausbreitung vorgeht.

Durch den milden Winter und das warme Frühjahr blüht das Jakobskreuzkraut zum Teil schon im Mai. Eine rasche Bekämpfung ist also dringend erforderlich.

Im Sinne des Tier- und Verbraucherschutzes ist es notwendig, dass zumindest Schnitt- bzw. Mulchmaßnahmen unbedingt vor Aussamung umgesetzt werden. Pflanzen, die bereits blühen, können im abgemähten Zustand noch nachreifen (sog. Notreife). Untersuchungen belegen, dass mit zweimaligem Schnitt pro Jahr, also jeweils Schnitt vor der Blüte, das Jakobskreuzkraut zurückgedrängt werden kann. Um eine tausendfache Aussamung durch Notreife nach Schnitt und einen Mehraufwand in den nächsten Jahren zu verhindern, ist eine sichere Entsorgung der im Blütenstand gemähten Kreuzkräuter erforderlich. Größere Mengen sollten über die Kompostanlage Guggenberg entsorgt werden,  kleine Mengen auch über den Hausmüll (graue Tonne).  Über den normalen Kompost dürfen die Pflanzen wegen der Giftwirkung und der Notreife nicht entsorgt werden. Bei Auftreten von Einzelpflanzen ist Ausreißen oder Ausstechen die sicherste Bekämpfungsmethode. Die Pflanzen müssen komplett mit Wurzeln beseitigt werden, sonst treiben sie erneut aus.

Unter  http://www.ak-kreuzkraut.de/ stehen weitere Informationen zur Verfügung.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!