02.10.2012

PressemitteilungLandschaftspflegeverband lässt ehemalige Streuobstwiesen wieder freilegen

 

Seinem Namen alle Ehre macht zur Zeit der Landschaftspflegeverband in Dorfprozelten. Im August waren Klaus Kobold und sein Sohn Maximilian aus Kirchzell mit Spezialgeräten in der Gemeindeflur am Wirken. Der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, Siegmar Hartlaub, hat bei einer Geländeschau festgestellt, dass in großen Teilen der Flur wieder einmal pflegend eingegriffen werden muss, da der Wildwuchs überhand genommen hat. 

Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts hat in der Gemeinde die Sozialbrache sehr stark zugenommen. Große Teile der ehemals landwirtschaftlich intensiv genutzten Acker- und Wiesenflächen wurden nicht mehr bearbeitet und verwilderten. Durch das fränkische Erbteilungsrecht und fehlende Flurbereinigungsmaßnahmen waren die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen in unwirtschaftliche Parzellen zersplittert, es konnten sich keine größeren bäuerlichen Betriebe halten. Aufkommende Brombeerhecken, massiv ausbreitende Ginsterbestände und vor allen Pappeln überwucherten einen wesentlichen Bestandteil der ehemaligen Kulturlandschaft, die früher in weiten Teilen vom Streuobstbau geprägt war.

Die Gemeinde kämpft gegen diesen Missstand schon Jahrzehnte an und trat deshalb dem Landschaftspflegeverband bei. In einigen Großaktionen unter Leitung von Siegmar Hartlaub war vor 15 Jahren in einigen Flurabteilungen wieder eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft geschaffen worden. Durch den Landschaftspflegeverband waren dazu die notwendigen Vorarbeiten geleistet worden, die nur mit dem Einsatz von Spezialmaschinen erledigt werden konnten. Um dies zu erreichen und wieder eine blühende, artenreiche Landschaft zu erhalten, waren natürlich Nacharbeiten vonnöten. Die Grundstücksbesitzer mussten die weitere Pflege in die Hand nehmen. Zahlreiche Bürger haben dies auch genutzt. An manchen Stellen hat sich der Wildwuchs aber wieder vehement ausgebreitet. Hier greift nun der Verband unterstützend ein, insgesamt werden etwa 15 bis 20 Hektar in das gemeindliche Pflege- programm aufgenommen.
 
Klaus und Maximilian Kobold sind mit Spezialmulchgeräten unterwegs, die mit hohem Kostenaufwand extra für solche Einsätze angeschafft wurden. Die Arbeit ist trotz des Maschineneinsatzes schweißtreibend. Um ein sauberes Ergebnis abliefern zu können, muss zwischen den oft zu eng sitzenden Streuobstbäumen hin und her manövriert werden. Abgebrochene Äste, Steine und Eisenteile als Grenzmarkierungen verlangen viel Vorsicht, um die Maschinen nicht zu beschädigen. „Es ist notwendig vorauszuschauen und bei diesen Arbeiten den Kopf einzusetzen, um etwas Vorzeigbares zu erreichen“,  so Klaus Kobold. Er ist zum ersten Mal in Dorfprozelten im Einsatz, sonst sind sie im Landkreis oft in Eichenbühl, Weilbach, Kirchzell und Umgebung tätig. „Wir sind aber auch in Baden Württemberg und Hessen am Werk, auch dort weiß man unsere Arbeit zu schätzen“, so Kobold. Um die neu geschaffene Kulturlandschaft für die Zukunft zu erhalten, müsste unbedingt eine Nachbeweidung mit Schafen erfolgen. „Nur die Schafe halten den immer wieder hochkommenden Wildwuchs in Grenzen, sorgen dafür, dass unerwünschtes Buschwerk kurz gehalten und die Grundstücksbesitzer wenig Arbeit haben“, weiß der auch als aktiver Schäfer arbeitende Klaus Kobold. Eine andere intensive Nutzung der Magerrasenflachen lohnt sich nicht. Siegmar Hartlaub macht darauf aufmerksam, dass durch die Pflegemaßnahmen ein weiterer Nutzeffekt entsteht. Die Streuobstbestände können wieder sinnvoll genutzt werden und erleichtern notwendige Pflegemaßnahmen.
 



 
Text und Bild: Georg Veh