17.01.2011

PressemitteilungWaldtag des Gemeinderates

Auf die besondere Bedeutung des Waldes machte Forstoberrat Christoph Langguth den Gemeinderat beim diesjährigen Waldtag am Samstag, den 15. Januar 2011 aufmerksam.
Einen ganzen Tag widmeten sich Bürgermeister und Ratsgremium den Problemen und Aufgaben, die sich aus dem 680 Hektar großen Gemeindewald ergeben. Um die Wichtigkeit des Waldes allen ins Gedächtnis zu rufen, erklärte die UNO das Jahr 2011 als Internationales Jahr der Wälder. Vorrangig sind dabei, dass die Waldressourcen erhalten bleiben, der Beitrag der Wälder zu den globalen Kohlenstoffkreisläufen gewertet und die Gesundheit und Vitalität von Waldökosystemen gefördert wird. Daneben will man die Produktions- und Schutzfunktion der Wälder in allen Regionen erhalten, schützen und angemessen verbessern.

Den Holzvorrat im Gemeindewald bezifferte Langguth auf stattliche 185.000 Festmeter, der jährliche Zuwachs beträgt 4.800 Festmeter und der Hiebsatz ist auf 4.600 Festmeter festgelegt. Angestrebt wird für die nächsten Generationen ein gesunder Mischwaldbestand. Derzeit überwiegt immer noch der Nadelholzanteil, vorrangig aus Kiefer, Fichte, Douglasie und Lärche mit 85%, die Kiefer alleine weist dabei knapp 64 % auf. Ziel ist, einen Buchenbestandteil von 50 %, Douglasien mit 10 % und die Restbaumarten mit 40 % zu erreichen.  "Dies können wir natürlich nicht von heute auf morgen erreichen, hier muss die nachhaltige Waldbewirtschaftung stets im Mittelpunkt unserer Anstrengungen liegen", so Langguth.

Forsttechniker Rainer Hörst zeigte an einzelnen ausgewählten Standorten die derzeit laufenden Waldbewirtschaftungsmaßnahmen auf. In der Waldabteilung Walddelle wurde eine Fläche von etwa 8,5 Hektar durch den Einsatz des Harvesters aufgelockert. Insgesamt wurden verschiedene Holzstärken von über 500 Festmetern entnommen, bei dieser Durchforstung erzielte man Einnahmen von 14.000 €. Vorrangig wurden hier Kiefern eingeschlagen. In der Abteilung Noll, aus einem 60-jährigen Bestand, wurden etwa 500 Festmeter, vorrangig Buche und Lärche, entnommen.
Problematisch gestaltet sich die Lage im oberen Nollbereich. Auf diesen Flächen sind erhebliche Schneebruchschäden zu beklagen. Gerechnet wird hier mit einem Entnahmesatz von etwa 150 Festmetern. Diese Fläche muss ebenfalls mit einem Harvester aufgearbeitet werden, die steile Hanglage macht jeden anderen Arbeitseinsatz unwirtschaftlich. Hörst wies darauf hin, dass dies in einem sehr engen Zeitrahmen bis Ende März geschehen muss, denn sonst wird mit einem starken Borkenkäferbefall gerechnet, der sich dann auch auf umliegende Flächen ausbreiten kann. Bei der weiteren Durchforstung in dieser Waldabteilung rechnet man mit weiteren 400 Festmetern.

Am Katzenkopf wird ein etwa 140 Jahre alter Altbestand von 5,5 Hektar durchforstet, vorrangig wird hier Stammholz mit Buchen und Kiefern entnommen. Wenn die Witterung mitspielt, will man in diesem Jahr den geplanten Hiebsatz voll ausschöpfen, weil die Preissituation derzeit auch den Vorstellungen der Gemeinde entspricht.

Bei einer kräftigen Waldarbeiterbrotzeit bedankte sich Bürgermeister Dietmar Wolz bei der Forstaufsicht und den Wald- und Gemeindearbeitern für den Einsatz im Wald.
 

 




Durch und durch geplant sind die jeweiligen Hiebsätze im Gemeindewald, doch viele Naturereignisse werfen das Planschema immer wieder durcheinander. Hier  im Nollbereich sind durch starken Schneebruch unplanmäßig größere Holzmengen angefallen, die umgehend aufgearbeitet werden müssen.

Text und Bild: Georg Veh